PauseAI Logo

Gegenargumente

Gegenargumente

Dies ist eine Sammlung von Einwänden gegen die Warnung vor dem existenziellen Risiko durch KI und die Forderung nach einer KI-Pause.

Dein Einwand ist nicht dabei oder die Antworten überzeugen dich nicht? Schreib uns einfach an: germany@pauseai.info

Diese Seite ist zum großen Teil übersetzt von pauseai.info. Einige Argumente stammen außerdem aus diesem Blogpost von Benjamin Balde.

Einwand 1 von 16

KI ist doch sehr nützlich

Das kann gut sein, dem widersprechen wir nicht. Aber KI könnte auch gefährlich sein, bis hin zu existenziellen Risiken.

↑ Zur Übersicht

Einwand 2 von 16

Das Aussterben der Menschheit? Das sind doch nur KI-Unternehmen, die ihre Technologie aufbauschen

Aber es sind nicht nur die KI-Unternehmen, die von einer existenziellen Bedrohung sprechen.

  • Hunderte von KI-Wissenschaftlern haben diese Erklärung unterschrieben: „Das Risiko einer Auslöschung durch KI zu mindern, sollte neben anderen gesellschaftsweiten Risiken wie Pandemien und Atomkrieg eine globale Priorität sein.“
  • Die drei meistzitierten KI-Forscher (Prof. Yoshua Bengio, Prof. Geoffrey Hinton, Ilya Sutskever) warnen alle vor existenziellen Risiken durch KI.

Mehr über existenzielle Risiken.

↑ Zur Übersicht

Einwand 3 von 16

Die Kontrolle verlieren? KI ist doch nur ein Stück Software, von Menschen entworfen

Moderne KI wird nicht entworfen, sondern trainiert. KI ist im wörtlichen Sinne ein digitales Gehirn, das aus Millionen von Neuronen besteht. Ein Mensch entwirft und programmiert den Lernalgorithmus, aber die KI, die danach heranwächst, versteht niemand. Wir können nicht vorhersagen, was das Modell lernen wird, weshalb man von „emergenten Fähigkeiten“ spricht. Es dauerte 12 Monate, bis Wissenschaftler herausfanden, dass GPT-4 selbstständig Websites hacken kann. KI-Modelle sind schon jetzt höchst unberechenbar. Selbst Milliardenkonzerne können nicht verhindern, dass ihre Modelle durchdrehen oder erklären, wie man Biowaffen herstellt.

↑ Zur Übersicht

Einwand 4 von 16

Wenn KI anfängt, verrückte Dinge zu tun, ziehen wir einfach den Stecker

In den meisten Fällen vielleicht. Aber eine wirklich intelligente KI könnte sich auf andere Maschinen ausbreiten. KI besteht nur aus Bytes und ist deshalb nicht an einen Ort gebunden.

↑ Zur Übersicht

Einwand 5 von 16

Eine KI kann nicht mit der physischen Welt interagieren

Ziemlich viele Dinge sind mit dem Internet verbunden. Autos, Flugzeuge, Drohnen, inzwischen gibt es sogar humanoide Roboter. Sie alle lassen sich hacken.

Und es sind nicht nur Roboter und Maschinen, die gehackt werden können. Ein Finanzangestellter wurde durch eine KI-generierte Videokonferenz dazu gebracht, 25 Millionen Dollar zu überweisen. Eine KI kann andere KIs nutzen, um Deepfakes zu erzeugen. Und GPT-4 ist bereits fast doppelt so gut darin, Menschen zu überzeugen, wie Menschen selbst.

Mehr darüber, wie leistungsfähig die besten KI-Modelle sind.

↑ Zur Übersicht

Einwand 6 von 16

Warum sollte eine KI Menschen hassen und uns töten wollen?

KI muss weder böse sein noch Menschen hassen, um für uns gefährlich zu sein. Wir hassen Schimpansen nicht, und trotzdem zerstören wir ihre Wälder. Wir wollen Palmöl, also nehmen wir ihnen den Wald. Wir sind intelligenter, also können die Schimpansen uns nicht aufhalten. Eine KI möchte vielleicht mehr Rechenleistung, um irgendein anderes Ziel besser zu erreichen, und zerstört dafür unsere Umwelt, um einen besseren Computer zu bauen. Das nennt man instrumentelle Konvergenz. Dieses Video erklärt es sehr anschaulich.

↑ Zur Übersicht

Einwand 7 von 16

Es dauert mindestens noch viele Jahrzehnte, bis eine KI intelligent genug ist, um für Menschen gefährlich zu werden

Auf Metaculus lag die Community-Vorhersage für (schwache) AGI vor drei Jahren noch bei 2057, heute liegt sie bei 2026.

2022 gingen KI-Forscher davon aus, dass es 17 Jahre dauern würde, bis eine KI einen New-York-Times-Bestseller schreiben könnte. Ein Jahr später gewann ein chinesischer Professor mit einem KI-geschriebenen Buch einen Schreibwettbewerb.

Wir wissen nicht, wie viel Zeit uns bleibt. Gehen wir lieber auf Nummer sicher.

Mehr über Dringlichkeit.

↑ Zur Übersicht

Einwand 8 von 16

Wenn ihr es hier verbietet, baut es China einfach

Wir fordern kein Verbot allein bei uns. Wir brauchen eine internationale Pause durch einen Vertrag, so wie beim Verbot von FCKW oder von blendenden Laserwaffen.

Mehr über unseren Vorschlag.

↑ Zur Übersicht

Einwand 9 von 16

Es ist unmöglich, den technologischen Fortschritt zu verlangsamen

Wir können ihn regulieren, indem wir Chips regulieren. Das Training von KI-Modellen erfordert hochspezialisierte Hardware, die nur von einem einzigen Unternehmen hergestellt wird: TSMC. Dieses Unternehmen wiederum nutzt Maschinen, die von einem weiteren Unternehmen gebaut werden: ASML. Die Lieferkette für KI-Chips ist sehr fragil und lässt sich regulieren.

Mehr über Machbarkeit.

↑ Zur Übersicht

Einwand 10 von 16

Eine Pause wäre schlecht, weil …

Einige Szenarien, in denen eine Pause schlecht sein könnte, und wie wir ihnen begegnen könnten, werden auf dieser Seite erläutert.

↑ Zur Übersicht

Einwand 11 von 16

Niemand will eine Pause

70 % der Menschen sind bereits der Meinung, dass Regierungen die KI-Entwicklung pausieren sollten. Der öffentliche Rückhalt ist also schon da. Der nächste Schritt ist, unseren Politikern klarzumachen, wie dringend das ist.

↑ Zur Übersicht

Einwand 12 von 16

Der EU AI Act regelt das doch schon

Der EU AI Act verbietet einzelne Anwendungen, nicht aber die Entwicklung einer Superintelligenz. Er setzt bei konkreten Einsatzfeldern an, etwa bei Bewerbungen, Kreditvergabe oder bei biometrischer Überwachung, lässt die entscheidende Frage aber offen: Was geschieht, wenn ein System so leistungsfähig wird, dass wir es nicht mehr kontrollieren können? Dafür gibt es keinerlei Vorkehrungen. Hinzu kommt, dass er die KI-Firmen im Kern nur dazu verpflichtet, ihre eigenen Modelle selbst zu testen und selbst einzuschätzen. Eine unabhängige Prüfung vor der Veröffentlichung schreibt er nicht vor. Ausgerechnet die Unternehmen, die vom Tempo profitieren, sollen also beurteilen, ob ihre eigenen Systeme sicher sind. Regulierung ist notwendig, aber der AI Act in seiner heutigen Form ersetzt nicht eine internationale Pause. Außerdem stellt eine Superintelligenz eine globale Bedrohung dar, die kein Land alleine regulieren kann.

↑ Zur Übersicht

Einwand 13 von 16

Eine KI wird der gesamten Menschheit immer unterlegen sein

Zahlenmäßige Überlegenheit schützt nicht, wenn KI um ein Vielfaches schlauer ist, schneller denkt und sich beliebig oft kopieren lässt. Ein KI-System arbeitet um ein Vielfaches schneller als das menschliche Gehirn, und eine einmal trainierte KI lässt sich in Hunderttausenden identischen Exemplaren gleichzeitig betreiben, die sich untereinander perfekt abstimmen. Auch die Hoffnung, eine „gute“ KI könne eine „schlechte“ in Schach halten, ist ein Trugschluss: Niemand kann garantieren, dass die vermeintlich gute KI wirklich in unserem Sinne handelt. Und wer angreift, ist im Vorteil. Ähnlich wie eine biologische Waffe, die im Verborgenen entwickelt und auf einen Schlag eingesetzt wird, hätte auch ein feindliches KI-System den zeitlichen Vorsprung auf seiner Seite.

↑ Zur Übersicht

Einwand 14 von 16

Wir müssen uns auf die aktuellen Probleme konzentrieren

Eine Pause ist die Voraussetzung dafür, die heutigen Probleme überhaupt in den Griff zu bekommen, statt ständig neuen hinterherzulaufen. Der enorme Energie- und Wasserverbrauch der Rechenzentren, Desinformation und Deepfakes, drohende Massenarbeitslosigkeit, KI-ausgelöste Psychosen, emotionale Abhängigkeit von Chatbots: Das sind reale Schäden, die schon jetzt angegangen werden müssen. Doch solange die Systeme immer schneller immer leistungsfähiger werden, verstärken sich aktuelle Probleme und entstehen laufend neue Risiken. Eine Pause verschafft uns die Zeit, die bestehenden Probleme zu lösen, bevor noch mächtigere KI weitere hinzufügt. Wer heutige Schäden ernst nimmt und wer vor künftigen warnt, verfolgt am Ende dasselbe Ziel: dass diese Technologie nicht allein den Konzernen überlassen bleibt.

↑ Zur Übersicht

Einwand 15 von 16

Das ist alles nur Spekulation

Es ist keine Spekulation, sondern die Einschätzung der Forscher selbst: In einer Befragung von 2.778 KI-Forschern lag die mittlere Schätzung für das Risiko einer Auslöschung der Menschheit durch KI bei 5 Prozent. Das sind die Menschen, die der Entwicklung am nächsten stehen. Und das ist nur die Zahl für das Aussterben der Menschheit. Auch andere katastrophale Gefahren sind absehbar: die Konzentration von Macht in wenigen Händen, umfassende Überwachung, die Destabilisierung demokratischer Systeme. Diese katastrophalen Auswirkungen muss man ernst nehmen. Niemand würde in ein Flugzeug steigen, das mit einer 5-prozentigen Wahrscheinlichkeit abstürzen kann.

↑ Zur Übersicht

Einwand 16 von 16

Ich kann sowieso nichts bewirken

Doch, das kannst du! Es gibt viele Möglichkeiten zu helfen, und wir brauchen jede Unterstützung, die wir bekommen können.

↑ Zur Übersicht

Überzeugt? Und jetzt?

Wir setzen uns für ein internationales Abkommen ein, das die Entwicklung unkontrollierbarer KI-Systeme pausiert. Dafür brauchen wir dich.