Demonstrierende fordern am Brandenburger Tor eine weltweite Pause für die KI-Entwicklung
BERLIN, 15. September 2026
PauseAI Deutschland hat am Dienstagmittag auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor demonstriert. Das Motto lautete „Super AI? Nein danke!“. Die Gruppe fordert die Bundesregierung auf, sich für eine weltweite Pause für die KI-Entwicklung einzusetzen. Pausiert werden soll die Entwicklung von KI-Systemen, deren sichere Kontrollierbarkeit nicht nachgewiesen ist, verbindlich geregelt in einem internationalen Abkommen.
Anlass ist die Kündigung des Anthropic-Forschers Jacob Coxon in der vergangenen Woche. Die führenden KI-Unternehmen spielten mit unseren Leben, schreibt er. Evan Hubinger, ein Forschungsleiter bei Anthropic, hat ihm öffentlich recht gegeben. Er schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass KI im kommenden Jahrzehnt die Menschheit auslöscht, persönlich auf über 10 Prozent.
„Es geht um das Leben von uns allen, hier in Deutschland wie überall. Über solche Risiken dürfen nicht ein paar private Firmen entscheiden, sondern nur gewählte Regierungen“, sagte Benjamin Schmidt, Sprecher von PauseAI Deutschland, vor dem Tor.
Selbst die Chefs von Anthropic und OpenAI sagen inzwischen, dass die Entwicklung zu schnell geht. Eine Verlangsamung reicht aus Sicht von PauseAI Deutschland nicht. Niemand weiß, wann der Punkt erreicht ist, an dem sich KI selbst zu einer Superintelligenz weiterentwickelt. Eine solche KI wäre um ein Vielfaches klüger als die Menschheit und sehr wahrscheinlich nicht mehr zu kontrollieren.
Gemeinsame Sicherheitsstandards der Unternehmen wären leichter durchzusetzen. Das Hauptproblem lösen sie nicht. Eine weltweite Pause für die KI-Entwicklung ist dagegen technisch und politisch machbar. Die modernsten KI-Chips entstehen nur mit Belichtungsmaschinen von ASML, mit Optik von Zeiss und Lasern von Trumpf. Über diese Lieferkette und andere Mechanismen lässt sich ein Abkommen überprüfen. Staaten haben gefährliche Technik auch schon öfter gemeinsam begrenzt, etwa mit dem Verbot biologischer Waffen.
Das Bundesdigitalministerium hält einen Stopp der KI-Entwicklung in Europa für keinen gangbaren Weg.
„Niemand verlangt, dass Europa allein aufhört. Wir verlangen, dass die Bundesregierung mit den USA und China über eine weltweite Pause für die KI-Entwicklung verhandelt“, sagte Schmidt.
Auch im Bundestag gibt es inzwischen die Forderung nach einer Pause. Konstantin von Notz, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion, schrieb am Montag bei t-online: „Da die Zeit drängt, kommt man wohl auch kaum mehr umhin, tatsächlich ein Moratorium für neue KI-Anwendungen auszusprechen.“
Fotos: Google Drive. Bildnachweis: PauseAI Deutschland, honorarfrei zur Berichterstattung über die Kundgebung.
Social Media: Instagram-Post zur Demo
Pressekontakt: Benjamin Schmidt, +49 1525 6369342, benjamin.schmidt@pauseai.info
